Dieser Brief an Herrn Alter ist auch im Original im "Kamm-Quoting" verfaßt, wobei die einzelnen Aussagen des Schreibens von Herrn Alter (die hell unterlegten Kästen mit kursiver Schrift) einzeln beantwortet werden. Nachdem ich erkennen musste, daß meine "normalen" Schreiben vom Adressaten offensichtlich vollinhaltlich nicht verstanden werden, hoffe ich, daß zumindest diese Antwort so besser verstanden wird.

Die hell unterlegten, kursiven Passagen zusammengenommen geben den Inhalt des Briefes Herrn Alters vollinhaltlich und in der originalen Reihenfolge wieder.

An Herrn
Bürgermeister Alter
Kirchplatz 4
85290 Geisenfeld
Bodo Rzany
Rottenegg
...

Ihr Zeichen Datum mein Zeichen Datum
Ihr Schreiben9. August 200210. August 2002

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Alter,

die Höflichkeit gebietet es mir, Ihren Brief vom 9. August 2002 nicht unbeantwortet zu lassen, auch wenn ich mir nun nicht mehr vorstellen kann, daß mit dieser Antwort ein Verwaltungsverfahren zu vermeiden ist. Um zumindest zu vermeiden, daß wir auch hier wieder aneinander vorbei reden, wähle ich meine Antwort in Form eines "Kamm-Quoting" mit jeweils direkter Erwiderung auf die Sentenzen Ihres Briefes.

In Ihrem Brief vom 9. August 2002 schreiben Sie
Sehr geehrter Herr Rzany,

Ihr Schreiben vom 20.7.2002 habe ich selbstverständlich erhalten, gelesen und mit den Verantwortlichen der Verwaltung durchgearbeitet.

Die Verantwortlichen der Verwaltung kannten meine Argumente bereits, so daß es von daher wenig Sinn machte, diesen meine Argumente erneut vorzulegen. In meinem Anschreiben hatte ich Sie explizit gebeten, die Dokumentation den Mitgliedern des Stadtrates zur Vorbereitung der nächsten Sitzung (und damit der Entscheidung) vorzulegen. Die Form meiner Dokumentation war speziell auf diesen Verwendungszweck ausgerichtet.

Ich habe es nicht versäumt diese Dokumentation den Stadtrat weiterzugeben, weil ich der Meinung war, dass sich die Stadträte bei der Bürgerversammlung ein ausreichendes Bild verschiedener Rottenegger Bürger machen konnten.
Ihre Meinung in Ehren, aber in diesem Fall haben Sie sicherlich eine Vorzensur vorgenommen in einer Art, die einer Demokratie unwürdig ist und die von Ihren Stadtratskollegen nicht akzeptiert werden sollte.

Auf der Bürgerversammlung ging es sicherlich weniger darum, daß sich die Stadträte ein "ausreichendes Bild verschiedener Rottenegger Bürger" machen, sondern vielmehr darum, daß Sachargumente zum Auffinden vernünftiger Lösungen (u.a. zur Abwasserproblematik in Rottenegg) ausgetauscht werden. Mein Diskussionspapier war in der Absicht entstanden, die in der Bürgerversammlung erkennbar gewordenen Wissensunterschiede zu überbrücken und damit die von uns Rotteneggern vorgebrachten Argumente zu begründen und im Zusammenhang zu formulieren.

Wie bei dieser Versammlung zu erkennen war, ging es lediglich einigen Bürgern um einen finanziellen Ausgleich.
Verehrter Herr Bürgermeister Alter, sprechen wir beide tatsächlich von ein und derselben Veranstaltung? Erinnern Sie sich wirklich nicht mehr an den Einwand eines Rottenegger Rentners, der klar sagte, daß er die Pumpe nicht warten könne? Haben Sie all' die Diskussionsbeiträge überhört, die allein darauf abzielten zu verhindern, daß wir Rottenegger selbst die Pumpenanlagen warten müssen und zu rechtlich verantwortlichen Betreibern dieser Anlagenteile gemacht werden?

Vielleicht fragen Sie einmal Ihren Kollegen Herrn Finkenzeller, der dies offensichtlich auch anders in Erinnerung hatte (siehe sein Beitrag auf der Stadtratssitzung am 1. August 2002).

Das System als solches ist technisch ausgereift und bedarf keinen weiteren Erläuterungen.
Der erste Teil Ihrer Aussage mag richtig sein. Der zweite Teil stimmt allerdings nur für den Fall, daß den Rotteneggern keine Betreiber- und Wartungspflichten auferlegt werden.

Über den tatsächlichen Stromverbrauch liegen bereits Erfahrungen vor, weil nämlich 139 Rottenegger Haushalte mit Ausnahme von Ihnen bereits seit über einem Jahr angeschlossen sind. Der tatsächliche Stromverbrauch je Anlage liegt unter 30 Kwh und mit Heizung unter 40 Kwh und nicht wie in Ihrem Papier beispielsweise bei ca. 300 Kwh.
Die mir bisher von der Stadtverwaltung genannte Zahl waren 165 Rottenegger Haushalte, während Sie nun von 140 Haushalten sprechen. Ich lasse das jetzt dahingestellt und nehme an, daß sich die genaue Zahl ebenso eindeutig ermitteln läßt, wie die Gesamtinvestitionssumme der Kanalbaumaßnahme in Rottenegg, für die ich bislang die folgenden Aussagen gesammelt habe: 4.4 Mio DM (eine Antwort der Verwaltung auf der Bürgerversammlung am 1.8.2002), 2.4 Mio DM (der einstige Kostenvoranschlag für die Druckkanal-Lösung) und "weniger" (Herr Wallner während unseres Treffens im Herbst 2001).

Sie als Elektromeister werden mir sicherlich die Frage beantworten können, wie Sie den von Ihnen oben genannten "tatsächlichen Stromverbrauch je Anlage" ermittelt haben. Mir ist bis dato keine Anlage in Rottenegg bekannt, die über einen separaten Energiemengenzähler (vulgo: Stromzähler) angeschlossen wäre.
Ich bitte Sie hiermit recht herzlich, mir Ihre Aussage zu belegen.

Die in meinem Diskussionspapier stehenden Berechnungen sind belegt:
Die mechanisch notwendige Förderenergie resultiert aus einfachen physikalischen Überlegungen auf der Basis des mir genannten Betriebsdruckes der Anlage von 4 bar. Naturwissenschaften sind keine Religion und keine Verwaltungsmeinung, so daß ich über diesen Punkt mit Ihnen nicht diskutiere.
Der von mir geschätzte Pumpenwirkungsgrad (30 %) beruht auf meinen Erfahrungen und Kenntnissen der Elektrotechnik. Nennen Sie mir verifizierbare Meßwerte, und ich werde mich korrigieren.
Die 10 W Ruheleistungsaufnahme für die Pumpensteuerung sind ein gut begründbarer Schätzwert, aus dem sich der Jahresenergieverbrauch elementar errechnen läßt. Nennen Sie mir verifizierbare Meßwerte, und ich werde mich korrigieren.
Die 30 W an Heizleistung habe ich dem Steuerungshandbuch entnommen und dann angenommen, daß die Temperatur in Bodennähe über etwa 30 % eines Jahres unter der vermuteten Schaltschwelle von 5 Grad C liegt. Nennen Sie mir verifizierbare andere Daten, und ich werde mich korrigieren.

"Glauben" und "Meinen" und aus offensichtlich politischen Gründen "vorsorglich einfach einmal Behaupten" hat in naturwissenschaftlich zu behandelnden Themen noch nie funktioniert. Wir sollten solcherlei auch in Zukunft lieber allein dem hiesigen Landrat ("Funkstrahlen") überlassen.

Wie Sie aus der Presse entnehmen konnten hat der Stadtrat den Rotteneggern in der Sitzung am 1.8.2002 noch gewisse Zugeständnisse gemacht. Damit wurde aus unserer Sicht der vermeintliche Nachteil gebührend gewürdigt.
Ich habe die Sitzung am 1.8.2002 "live" verfolgt und auch den Zeitungsartikel gelesen.
Mit dem 15%igen Abschlag auf die Einleitgebühr werden Vielverbraucher (wie z.B. meine Familie und ich) bevorzugt (bei 300 m3 ca. 150 DM Ersparnis und Stromkosten von ca. 100DM), während der oben genannte Rentner benachteiligt wird (bei 60 m3 ca. 30 DM Ersparnis und Stromkosten von ca. 70 DM). Aber vermutlich werden Sie auch das nicht einsehen oder sogar behaupten, das sei so beabsichtigt.

Hinsichtlich der "gebührenden Würdigung des vermeintlichen Nachteiles" bitte ich Sie wirklich herzlich, meine Dokumentation (insbesondere die Kapitel 4.2 und 5) noch einmal ganz genau zu lesen.

Wir hoffen, dass nun im Ortsteil Rottenegg wieder Ruhe einkehrt und auch Sie Herr Rzany ihre Pumpe bald möglichst anschliessen, damit wir auch diese Anlage in Betrieb nehmen können.

Mit freundlichen Grüßen
Josef Alter
1. Bürgermeister

Mit den uns bislang vorgestellten Plänen wird bestenfalls für die kommenden 8 Jahre Ruhe einkehren. So Sie eine zweite Amtsperiode anstreben, diese erreichen und danach aus dem Amt des Bürgermeisters ausscheiden sollten, wären Sie aus dem Schneider. Ich unterstelle Ihnen diese Absicht hiermit explizit nicht, wenngleich diese, meine Überlegung wohl offensichtlich ihren Reiz hat.

Auch in Anbetracht der mir von meinen Rottenegger Mitbürgern zuteil gewordenen Zustimmung halte ich es für besser, bereits jetzt eine Lösung zu finden, die über die kommenden 8 Jahre hinaus als gerecht betrachtet werden und Bestand haben kann. Ich werde versuchen, meinen Teil dazu beizutragen, und biete Ihnen hiermit nochmals meine Zusammenarbeit an.

Mit freundlichen Grüßen
Bodo Rzany