Bodo Rzany

An den
Bayerischen Verwaltungsgerichtshof
Ludwigstraße 23
80539 München

Einschreiben mit Rückschein

26. Mai 2007

Thema: Erwiderung zur Anmerkung Herrn Dr. Rainer Dörings vom 15. Mai 2007 an den Bayer. Verwaltungsgerichtshof

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Anmerkung des Vertreters der Beklagten widerspreche ich insofern und mit Vergnügen, als besagter Vetreter eine fachlich nicht fundierte und falsche Behauptung aufstellt ("Eine Erhöhung der Anschlußleistung ist nicht erforderlich.").

Es mag richtig sein, daß auf dem Typenschild der städtischen Pumpe eine Nennleistung von 2.1 kW angegeben ist. Diese Behauptung kann ich, weil die Pumpe wegen des schweren Schachtdeckels für mich nicht erreichbar ist (zudem ist sie im Regenwasser mittlerweile abgesoffen, wie bei der Inspektion durch einen Mitarbeiter der Stadt Geisenfeld im Winter ersichtlich wurde), nicht nachprüfen. In der mir vorliegenden EU-Zulassung zur Pumpe ist eine Nennleistung "< 4 kW" genannt und im Datenblatt des Steuergerätes eine maximal zulässige Absicherung mit 3*16 A.
Da ein Motorschutzschalter vorgeschrieben ist, habe ich vor einigen Jahren einen solchen beschafft mit einem Nennstrom von 3*10 A, um die bei jedem Asynchronmotor (die Pumpe besitzt einen solchen) erheblich höhere Anlaufleistung (aus den nun behaupteten 2.1 kW Nennleistung zu etwa 5 kW geschätzt) bereitzustellen.

Über Haarföne sollten wir uns hier nicht zusätzlich auslassen.

Die Benennung des Leitungstyps, mit dem mein Haus angeschlossen ist, wird richtig sein. Entgegen meiner früher geäußerten Befürchtung, daß mit dem Neubau in der Nachbarschaft eine Anschlußleistungserhöhung meines Hauses nicht mehr möglich sein könnte, habe ich heute zu meiner Beruhigung festgestellt, daß die besagte Eingangsleitung bereits mit 3*50 A abgesichert ist und damit vom Elektrizitätsverteilungsunternehmen eingangsseitig bereits genügend Leistung bereitgestellt ist.

Weiterhin gültig und richtig ist jedoch meine Aussage, daß mein Zähler selbst mit einer vom EVU plombierten Sicherung von nur 3*25 A geschützt ist. Mehr als diese zusammen {\bf und nur bei idealer Lastsymmetrie maximal möglichen 17.3 kW} kann ich aus dem Hausanschluß physikalisch/technisch derzeit nicht entnehmen.

Diesen unter idealen Bedingungen möglichen 17.3 kW stelle ich hiermit die wohl durchaus normalen Elektrogeräte unseres 5Personen-Haushaltes gegenüber, die zumindest zeitweise auch teilweise zusammen eingeschaltet sind:

Elektroherd mit Kochmulde laut Datenblatt 13.7 kW
Geschirrspüler, geschätzt 1.5 kW
Mikrowellenherd, geschätzt 1.5 kW
Waschmaschine laut Typenschild 3.3 kW
5 PCs im privaten Gebrauch zusammen ca. 1.5 kW
Beleuchtung, Fernsehgerät etc. 1.0 kW


mögliche Gesamtleistung 22.5 kW

Hinzu kommen etwa 1 kW Dauerleistung und bis ca. 3 kW zusätzlicher Spitzenleistung aus dem Betrieb meines Elektronikunternehmens, so daß den oben genannten 17.3 kW verfügbarer Leistung ein heutiger Spitzenleistungsbedarf von 26.5 kW gegenübersteht. Haarföne, Staubsauger und Sonstiges, obwohl im Haushalt natürlich vorhanden, habe ich dabei nicht berücksichtigt.

Es kommt mehrmals im Jahr zum Auslösen einer Hauptsicherung wegen Überlastung, wobei Lerneffekte diese Ausfälle mittlerweile seltener werden ließen (Waschen muß nicht unbedingt dann sein, wenn für die Familie der Sonntagsbraten zubereitet wird, etc).

Eine, wenn auch symmetrische, Anlaufleistung einer städtischen Abwasserpumpe mit, wie oben geschätzten, 5 kW ist nicht mehr zusätzlich verkraftbar, auch wenn der Bürgermeister der Beklagten, ein Elektromeister und ehemaliger Elektrobetriebsinhaber, hier hemdsärmelig Anderes behaupten läßt. Die Gesetze unseres Landes verbieten es mir, selbst die plombierte Eingangssicherung von derzeit 3*25 A in eine mögliche und sinnvolle 3*35 A Sicherung zu tauschen. Obwohl ich selbst Diplomingenieur der Elektrotechnik (TU Braunschweig, also ohne einen heute meist üblichen einschränkenden Zusatz) bin, ist es mir nicht erlaubt, eine diesbezügliche Vertragsänderung direkt mit dem EVU vorzunehmen. Ich müsste die Erhöhung der Anschlußleistung über einen lokal zugelassenen Elektrobetrieb bean- und beauftragen. Über die Kosten kann ich, mangels Erfahrung, hier keine Angaben machen.

Die flapsige Behautung des Beklagtenvertreters, eine Erhöhung der Anschlußleistung sei nicht erforderlich, sehe ich hiermit als widerlegt an. Um möglichen juristischen Verrenkungen aus möglicherweise unterschiedlichen Begrifflichkeiten zu entgehen, möchte ich hier das Wort "Anschlußleistung" zu "Zähleranschlußleistung" präzisieren, was physikalisch/technisch im betrachteten Fall allerdings ohne Bedeutung ist.

Mit freundlichen Grüßen

Bodo Rzany